Mikroprojekte

Mikroprojekte mit Quartiersbezug

Mikroprojekte dienen ergänzend zu den Einzelfallhilfen der Bausteine 1 bis 3

  • dem Motivations- und Vertrauensaufbau, um die jungen Menschen an eine intensivere Begleitung
    durch das Case Management (Baustein 1) heranzuführen
  • der Aktivierung, Kompetenz- und Persönlichkeitsstärkung der jungen Menschen mit dem Ziel,
    ihnen einen leichteren Einstieg in berufsvorbereitende Maßnahmen, Ausbildung und Arbeit
    zu ermöglichen.

Die Mikroprojekte sind in der Regel als Gruppenmaßnahmen angelegt und fördern insbesondere soziale Kompetenzen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Selbstorganisation. Zudem ermöglichen sie Austausch mit und Beratung durch junge(n) Menschen in ähnlichen Lebens- und Problemlagen („Peers“). Zugleich soll durch die Mikroprojekte ein Mehrwert für das benachteiligte Quartier geschaffen werden, indem sie beispielsweise das Wohnumfeld und den öffentlichen Raum aufwerten (z. B. Pflanzen von Bäumen, Verschönerung eines Platzes, Anlage eines Umweltpfades, Zwischennutzung von Brachen, neue Freizeitplätze/-möglichkeiten für Jugendliche und so weiter (usw.)) oder das soziale Miteinander im Quartier und die Integration von Migrantinnen und Migranten stärken (z.B. Stadtteil- und Dorffeste, Engagement für ältere Menschen, Anlage eines Gemeinschaftsgartens, Bildung von Fahrgemeinschaften im ländlichen Raum usw.). Zu diesem Zweck können zivilgesellschaftliche Akteure aus dem Quartier in die Umsetzung der Mikroprojekte eingebunden werden. Junge Menschen sollen so weit wie möglich an der Entwicklung von Projektideen beteiligt, zur Entwicklung eigener Projektideen angeregt und bei der Realisierung der Ideen begleitet werden. Längerfristige Qualifizierungsmaßnahmen sowie Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen
nach § 13 Abs. 2 SGB VIII und nach anderen Gesetzbüchern können durch den Baustein „Mikroprojekte“ nicht gefördert werden.

Wird der Baustein „Mikroprojekte“ umgesetzt, sollen auf ein Förderjahr gerechnet ESF-Mittel in Höhe von mindestens 5.000 € und maximal 50.000 € hierfür eingesetzt werden. Es sollen im gesamten Förderzeitraum mindestens drei Mikroprojekte umgesetzt werden. Die Planung
und Umsetzung der Mikroprojekte soll in Kooperation mit anderen sozialraumorientierten Programmen, wie z. B. „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)“ sowie den relevanten kommunalen Ämtern wie z.B. dem Grünflächenamt oder der Wirtschaftsförderung, stattfinden.

Qualitätsanforderungen an Projekte

Die Projekte auf Basis der methodischen Bausteine 1-4 sollen durch Fachkräfte der Jugendsozialarbeit mit entsprechender Ausbildung  vorzugsweise in den Bereichen Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik), interkultureller Kompetenz und Genderkompetenz erbracht werden, die gute Kenntnisse über die lokalen Strukturen, Akteure und Angebote am Übergang haben. Die sozialpädagogischen Fachkräfte sind feste Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartner für die jungen Menschen auf ihrem Weg von der Schule in den Beruf und bieten – je nach Baustein in unterschiedlicher Intensität – sozialpädagogische Beratung und Begleitung. Dabei

  • orientieren sie sich an Ausgangs- und Problemlage, Lebenssituation, Biografie, Potenzialen,
    Kompetenzen und Bedürfnissen der jungen Menschen,
  • berücksichtigen sie ihr Geschlecht sowie ihren kulturellen und weltanschaulich-religiösen
    Hintergrund,
  • beziehen sie ihr soziales Umfeld (insbesondere Eltern und Gleichaltrige in ähnlichen Problemlagen)
    ein und
  • stimmen sie sich eng mit anderen übergangsrelevanten Akteuren und Einrichtungen (z. B. [Berufs-]
    Schule, Jobcenter, Agentur für Arbeit, andere Beratungsstellen, Quartiersmanagement,
    Unternehmen) ab.

Bei der Umsetzung von Mikroprojekten kann bedarfsgerecht auch anders qualifiziertes Personal einbezogen werden, z. B. Stadt- und Raumplanerinnen/Raumplaner oder Künstlerinnen/ Künstler.

Für jeden an einem Projekt teilnehmenden Jugendlichen ist eine elektronische Fallakte zu führen.

Unsere Förderer:

foerderer